Gottesdienst zum 4. Advent

Vorab Information:

Die Lieder und Wortbeiträge kann man anhand eines Padlet-Links abspielen. Dazu einfach auf den Link klicken oder mit dem Handy den QR-Code scannen:

 

Link: https://padlet.com/mareikebloedt/7c6pcby8r8weewws

Passwort: vierterAdvent

 

Alternativ kann man die Lieder selbst begleiten, a capella singen oder einfach nur alles selbst lesen.

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ANKOMMEN – GOTT BRINGT UNS ZUSAMMEN

Musik zum Eingang „Gott macht sich zu uns auf“

Votum und Eingangswort

Im Namen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes feiern wir diesen Gottesdienst.

Der Wochenspruch für diese Woche steht in Jes 40, 3.10: „Bereitet dem Herrn den Weg; denn siehe, der Herr kommt gewaltig!“ Amen.

Begrüßung

Herzlich Willkommen zu unserem Gottesdienst. Wir feiern Zuhause. Jede und jeder an einem anderen Ort, verbunden sind wir durch die Geistkraft.

Zu Beginn lasst uns gemeinsam beten:

Eingangsgebet

Vater im Himmel,

Lob und Dank sei dir für die Ruhe der Nacht.

Lob und Dank sei dir für den neuen Tag.

Lob und Dank sei dir für alle deine Güte und Treue

in meinem vergangenen Leben.

Wir bitten dich nun für diesen Gottesdienst, den wir räumlich getrennt und doch gemeinsam feiern. Öffne unsere Ohren und Herzen, um auf dein Wort zu hören und segne uns.

Amen.

Anbetungslied GB 147,1+2+4+6 „Wie soll ich dich empfangen“

1 Wie soll ich dich empfangen und wie begegnen dir, o aller Welt Verlangen, o meiner Seelen Zier? O Jesus, Jesu, setze mir selbst die Fackel bei, damit, was dich ergötze, mir kund und wissend sei.

2 Dein Zion streut dir Psalmen und grüne Zweigen hin; und ich will dir in Psalmen ermuntern meinen Sinn. Mein Herze soll dir grünen in stetem Lob und Preis und deinem Namen dienen, so gut es kann und weiß.

4 Ich lag in schweren Banden, du kommst und machst mich los; ich stand in Spott und Schanden, du kommst und machst mich groß und hebst mich hoch zu Ehren und schenkst mir großes Gut, das sich nicht lässt verzehren, wie irdisch Reichtum tut.

6 Das schreib dir in dein Herze, du hochbetrübtes Heer, bei denen Gram und Schmerze sich häuft je mehr und mehr; seid unverzagt, ihr habet die Hilfe vor der Tür; der eure Herzen labet und tröstet, steht allhier.

HÖREN – GOTT SPRICHT ZU UNS

Lesung AT: 1. Mose 18,1-3.9-15

Lesung NT: Philipper 4,4-7

Predigtimpuls „Schlüsselloch“

Liebe Gemeinde,

gerade in der Advents- und Weihnachtszeit denke ich häufiger als sonst an meine alte Heimat Nürnberg zurück. Auch als Erwachsene ist es doch schön, sich zurück zu erinnern, wie man als Kind Weihnachten erlebt hat. Und bei vielen ist es ganz normal an Weihnachten die Eltern in der Heimat zu besuchen (zumindest sofern die Eltern nicht zwischendrin umgezogen sind).

Dieses Jahr ist das mit dem Verreisen in andere Regionen schwieriger als sonst, aber es ist dennoch erlaubt – zumindest unter gewissen Bedingungen. Für diejenige, wo das nicht möglich ist, bleibt die Möglichkeit der Erinnerung.

Wenn ich an meine Heimat zurückdenke und daran, wie ich als Kind Weihnachten erlebt habe, dann fällt mir besonderes eine Sache ein:

In meiner Familie war es Tradition, dass der Weihnachtsbaum ohne uns Kinder geschmückt wurde. Am Tag vor Heilig Abend. Danach wurde das Wohnzimmer abgeschlossen und sozusagen zum Sperrgebiet. Für uns Kinder stieg ab diesem Moment die Spannung sekündlich. Wir waren super neugierig, was sich hinter der Türe wohl versteckt. Wie sieht der Baum dieses Jahr aus? Und liegen Geschenke darunter? (das war für uns Kinder natürlich eine besonders wichtige Frage)

Und ich erinnere mich auch daran, dass wir jedes Mal versucht haben durchs Schlüsselloch zu spicken. Auch wenn ich nicht wusste, was genau mich hinter der Tür erwartet, so war ich mir doch sicher, dass mich dahinter etwas Besonderes erwartet.

Der Pfarrer Friedrich von Bodelschwingh vergleicht solch eine Schlüsselloch-Erfahrung einmal mit Advent und Weihnachten, wenn er sagt: „Advent und Weihnachten sind wie ein Schlüsselloch. Durch dieses Schlüsselloch fällt an Weihnachten auf unsere dunkle, kühle und gestresste Welt ein heller Schein aus der Heimat. Der Heimat bei Gott.“

Ich finde das ein sehr schönes Bild. Wenn man durch ein Schlüsselloch sieht, erahnt man nur einen winzig kleinen Teil auf das, was einen hinter der Tür erwartet. Die Vorstellung, dass Advent und Weihnachten ein Guckloch in die Heimat bei Gott sind, gefällt mir.

Denn Heimat weckt bei mir positive Erinnerungen. An geborgene und glückliche Momente. Für mich steigt damit die Freude bei Gott eine Heimat zu finden. Eine ähnliche Freude, wie sie Sarah erlebt, als ihr als hochbetagte Frau ein Sohn verheißen wird. Diese Geschichte haben wir heute in der alttestamentlichen Lesung gehört.

Doch nicht jedem geht es so wie mir, wenn er oder sie an die Heimat oder Kindheit denkt. Nicht jeder hat das Glück dabei an glückliche und erfüllte Momente zu denken. Doch auch hier kann dieses Bild ermutigen. Und zeigen: bei Gott bin ich geborgen. Dort erwartet mich eine gute neue Heimat.

Und das meint Bodelschwingh, wenn er davon spricht, dass an Weihnachten „ein heller Schein aus der Heimat auf die Erde“ fällt. 

Auf die Heimat bei Gott kann ich mich wirklich freuen. Und auf diese Heimat muss ich nicht warten, bis mein Leben endet. Nein, diese Heimat kann ich schon heute erahnen.

Zum Beispiel an Weihnachten, wenn Gott als kleines Kind auf die Welt kommt, um den Menschen nahe zu sein. Dann fällt, um mit Bodelschwingh zu sprechen, ein heller Schein aus der Heimat auf die Erde.“

Wann immer also Licht durch ein Schlüsselloch fällt, werde ich daran also erinnert, dass dahinter etwas Besonderes auf mich wartet. Und so ist es auch mit dem Lichtschein, den Gott an Weihnachten auf die Erde schickt. Er macht mich neugierig auf Gott und das nicht nur an Weihnachten, sondern jeden Tag.

Amen.

TEILEN – GOTT VERBINDET UNS MITEINANDER

Lied GB 157,1+4 „Weil Gott in tiefster Nacht erschienen“

Weil Gott in tiefster Nacht erschienen, kann unsre Nacht nicht traurig sein.

1 Der immer schon uns nahe war, stellt sich als Mensch den Menschen dar. Refrain

4 Nimm an des Christus Freundlichkeit, trag seinen Frieden in die Zeit! Refrain

5 Schreckt dich der Menschen Widerstand, bleib ihnen dennoch zugewandt!

Weil Gott in tiefster Nacht erschienen, kann unsre Nach nicht endlos sein.

 

TM: Dieter Trautwein 1962, S: Herbert Beuerle 1971

 

Kerzenaktion

Jeden Sonntag wird eine Kerze mehr angezündet am Adventskranz. Heute leuchten alle vier. Mit jeder Kerze wird der Kranz ein wenig heller. „Tragt in die Welt nun ein Licht. Sagt allen: Fürchtet euch nicht!“, heißt es in einem Adventslied.

  • Ich setze mich vor den Adventskranz. Ich zünde eine Kerze nach der anderen an. Bei jeder Kerze bitte ich, dass Licht in die Bereiche des Lebens fällt, die mir dunkel erscheinen.

 

Lob und Dank im Gebet

Vaterunser

 

WEITERGEHEN – GOTT SEGNET UNS

Sendung und Segen

Der Herr segne dich und behüte dich.

Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig.

Der Herr wende sein Angesicht auf dich und schenke dir Frieden.

Amen.

 

Musik zum Ausgang „Herr des Himmels menschennah“

 

Gottesdienst auf dem Bezirk Leinfelden-Echterdingen

Pastorin Mareike Bloedt

CCLI 192 83 00


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